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Trackshittaz - Oidaah Pumpn Muas's"Traktorgängstapartyrap"; "Die erste österreichische Hip-Hop-Formation, die einen Nummer-1-Hit landen konnte...", das weiß Wikipedia. "...des Lial ist voi geil, ihr seidz geil…", das wissen die Fans. Bei näherem Hinsehen versteht das auch ein Dialektfremder. Das obige Lob gilt zwei jungen Männern, die...

in Österreich den Ton angeben. Ein mutiges „Paar“, immerhin hat es sich den Smashhit „Alors on dance“ als Vorlage geschnappt, um daraus „Alloa bam Fraunz“ zu basteln. Das Original war das Debüt von Stromae, einem belgisch- ruandischen Rapper und Musikproduzenten. Er führte die Charts u. a. in Deutschland an, wurde aber vor allem in Österreich ein Held in den Hitparaden und Clubs. Die Trackshittaz-Version landete wiederum als deren Videodebüt auf der Bestenliste bei YouTube. Ein Sprachwitz mit Schmackes, und nicht der letzte. Jetzt ging's looos! Die absoluten Aufsteiger sind mittlerweile voll etabliert. Bei den Trackshittaz tummeln sich zehntausende Facebooker. Und nicht nur in ihrer oberösterreichischen Heimat, wo sie auch von der Kommunalpolitik wie wahre Helden gefeiert werden, treten die Rapper in ausverkauften Hallen auf.

Trackshittaz - Oidaah Pumpn Muas's

In Österreich haben Manix und G-Neila in kürzester Zeit alle möglichen Rekorde gebrochen, etwa mit der Single „Oida Taunz!“ Der Hit war nur per Download erhältlich, schnellte trotzdem von Null auf Platz 1 der dortigen Charts, ein Rekord. Und die bislang in der Alpenrepublik veröffentlichten Alben mussten ebenso nicht lange um die Spitzenposition kämpfen: „Oida Pumpn Muas's“ erschien im Februar 2011, der Nachfolge-Longplayer „Prolettn feian längaah“ gerade einmal fünf Monate später. Aber die Fangemeinde wuchs stark und in Windeseile, es gab kein Halten mehr. Edelmetall für die ersten beiden Singles, Gleiches gilt für die Alben!

Warum eigentlich? Manix und G-Neila sind rotzfrech, gehen in ihren Texten kompromisslos zur Sache. Auch wenn zugegebenermaßen selbst die Radiohörer in benachbarten Bundesländern zunächst einmal zweimal hinhören müssen, was die beiden denn mitteilen wollen. Ihr Mühlviertel-Dialekt macht den Musikgenuss somit verdammt spannend. Sie bauen Vokale ein und überdehnen sie bis zum Anschlag: Ihr Smashhit „Oida Taunz!“ ist mit dem im Deutschen nicht vorhandenen u ein gutes Beispiel. Besser noch zeigt es „Oida Chüüü“. Die drei Umlaute würden hierzulande in einem Doppel-Ludwig wieder gegeben: Alter, chillen.

Die Songs behalten in Deutschland ihre Originaltitel. Die besagten Nummern zeigen auch, worum es den Trackshittaz geht: Um Party einerseits, um Spaß haben im Besonderen, aber auch ums Relaxen und Chillen. Das macht sie bei den jungen Fans so beliebt, denn auch deren Lebensmittelpunkte bewegen sich - außerhalb von Schule, Elternhaus oder Arbeitsplatz – eben um diese Arten der Beschäftigung. Und wenn die pikanten Lyrics auch noch mit knackigem Beat und Abtanzmelodie umrahmt werden, dann gibt es definitiv keinen Grund, diesem Paket zu widerstehen. Es nennt sich „Traktorgängstapartyrap“. Ja, weiße Rapper mit Dialekt, warum nicht? War nicht auch Megastar und Landsmann Falco der eigentlich erste weiße Rapper? Schöne Tradition also! Trackshittaz setzen aber auch optisch auf die Mischung mit dem Ländlich-Rustikalen. Dieser Style feiert nicht nur in der Alpenrepublik fröhliche Urständ. Die Jugend besinnt sich auf die Heimat, steht dazu. Das vermischt mit modernen Beats - perfekt! Ein Hubert von Goisern galt da als genialer Wegbereiter, aber auch eine Erfolgsband wie Holstuonarmusibigbandclub mit ihrer Hymne „Vo Mello Bis Ge Schopponou“, die bei Youtube millionenfach angeklickt wird, weist in diese Richtung. Nur wenige haben auf Anhieb den Text verstanden, aber die Musik war so stark, dass sich die Fans in das Voralbergische verliebten. Machen die Trackshittaz also die neue Volksmusik? Ansichtssache, aber von ErVOLKSmusik ist sicherlich die Rede.

Wenn in Deutschland nun der erste Longplayer erscheint, sind beide Geschlechter bestens bedient: Die jungen Männer werden sich die eine oder andere Wortschöpfung aneignen, die jungen Damen dürften zusätzlich an der Optik der Hauptdarsteller Gefallen finden. Der lässig und cool wirkende Manuel Hoffelner (Manix) ist eher der „Zum-Knuddeln-Typ“. Sein Freund Lukas Plöchl (G-Neila) wirkt mit den besonderen Gesichtszügen – sein Vater emigrierte aus China, ist Österreichs Frauen-Tischtennis-Nationaltrainer - und dem stark trainierten Körper eher wie der unwiderstehliche Sportsmann. Anrüchiger Bandname? Es gibt sachliche Hintergründe: Die beiden hatten zu Beginn ihrer Karriere bei einem Songcontest nur wenige Tage Zeit, Songs zu schreiben. Sechs Stück binnen einer Woche. „Wir haben die Tracks so zu sagen rausg...“, so Manuel (*1992). Der hat 2011 seinen Abschluss an der Höheren Lehranstalt für Kommunikation und Mediendesign in Freistadt geschafft. Jetzt wäre eigentlich Zivildienst angesagt, aber die Mucke hat Vorrang. Gleiches gilt für den in Freistadt geborenen Lukas (*1989), der sein Betriebswirtschaftsstudium momentan an den Nagel gehängt hat. Ergo, die können nicht nur wuchtig rappen, sie besitzen äußerst helle Köpfchen und an Kreativität fehlt es ihnen sicherlich nicht. Lukas hat schon dutzende Songs geschrieben. Er steht ähnlich wie sein Traktor-Freund auf Lil‘ Wayne, T.I. und Rick Ross, Pitbull oder Eminem. Im Wiener Ernst-Happel-Stadion präsentierten sie zur Football-WM ihren schmissigen Titel „Touchdown“. Und sie wissen, was Trend werden kann: Landlust im Gängsta-Rap.

Es wird nun spannend zu beobachten, wie weit nach Norden sich die Trackshittaz mit ihrem Dialekt und den ansteckenden Beats in Deutschland Gehör verschaffen werden können. Man höre und staune, denn: Endlich macht Sprachen lernen so richtig viel Spaß!

Das Album „Traktorgängstapartyrap“ von den Trackshittaz erscheint am 6. Janaur 2012, ebenso wie die erste Singleauskopplung „Oida Taunz!“.

Quelle: Ariola


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