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Nino de Angelo - MEISTERWERKE - Lieder meines Lebens (ab 05.12.2014)Eine der eindrucksvollsten Stimmen – und 12 große Songs aus 50 Jahren. Das Klangbild einer ganzen Generation ist im Heute angekommen. »Ganz oben sein und abstürzen, wer kennt das besser als Nino de Angelo?« Vielleicht muss man mit dieser Geschichte einfach dort anfangen, wo sie vermeintlich zu Ende ist. Wo ein einziger Song alles, alles, alles überstrahlt. Wo die Elementarteilchen des großen Erfolgs wie winzige goldene Staubkörner durch den Raum stieben.

Da kommt der nicht einmal 20-Jährige Domenico Gerhard Gorgoglione, der den Künstlernamen NINO de ANGELO für sich adaptiert hat, und singt mit einer Stimme, die – wäre es nicht so abgedroschen, man müsste sagen: pure Gänsehaut verursacht -, die Ballade Jenseits von Eden. Der Rest ist deutsche Musikgeschichte: #1 in den Charts in allen deutschsprachigen Ländern, Millionen Tonträger, Millionen Fans, ein Batzen Geld. Man darf nicht vergessen, wir reden von einer Zeit – 1983 -, die weit weg von illegalen Downloads ist, in der die CD noch geboren werden wird und die Hits auf Vinyl verkauft werden. Ein Haufen anderer Musiker ist mit einem vergleichsweise epochalen Erfolg einfach vor die Hunde gegangen.

NINO de ANGELO ist danach nicht einmal abgestürzt.

Er war öfter ganz unten. Wieder und wieder und wieder. Und hat sich mit dem, was ihm Gott oder das Schicksal oder seine DNA mitgegeben hat, immer wieder hochgerappelt: mit seiner Stimme. Verblüffend, das Timbre und die Kraft eines nur 1,70 Meter großen Künstlers, der letztendlich viel zu klein war für die angestrebte Karriere eines Torhüters bei Fortuna Köln, der über das, was ihn gerettet hat, sagt: »Das Singen gab mir immer soviel Halt, soviel Power, das war für mich immer etwas ganz Besonderes. All diese Höhen und Tiefen, ich glaube, dass die vorbestimmt waren, dass sie mir helfen sollten zu lernen.«

Diese Obsession zur Musik war schließlich viel stärker als all die Drogen, der Alkohol, die Schicksalsschläge, die Exzesse, mit denen er kämpfte. Es half ihm zu leben.

Dreißig Jahre nach seinem ersten ganz großen Hit, knapp 50 Jahre alt, legt NINO de ANGELO sein neuestes Album vor: »Meisterwerke« (Starwatch Entertainment, ab 05. Dezember). Eine Chronik deutscher Musik in 13 Kapiteln. »Jeder Titel, den ich auf dem Album singe, hat mich berührt. Auch wenn ich die Songs diesmal nicht selbst komponiert oder die Lyrics geschrieben habe, so habe ich doch alles selbst gelebt. In jedem der Songs finde ich mich irgendwie wieder.« NINO de ANGELO hat seine besondere Symbiose zu den gewählten Tracks ausgemacht.

»Es ist schwer bei solchen großen Liedern, die bereits fantastisch interpretiert sind, einen neuen musikalischen Weg zu finden, denn man kann nur den engen Spielraum der Sprache und der Intonation nutzen.« In der Popmusik geht es immer darum, nachhaltige Empfindungen in bunte Bilder zu transformieren. Diese Kernschmelze zum Kopfkino ist der Schlüssel zum Erfolg, die Grenze von simpel und Hit. »Für gewöhnlich brauche ich zwei, drei Stunden im Studio, um einen Song einzuspielen. Diesmal habe ich viel länger gebraucht: Ich habe alles Mögliche ausprobiert, ich habe mich lang vorbereitet. Die einzelnen Tracks sollten nicht so klingen, wie im Original, sondern etwas ganz eigenes bekommen, das war für mich besonders wichtig. Ich habe die Songs einfach adoptiert. Es sind jetzt am Ende meine Kinder - und ich bin sehr stolz darauf.«

NINO de ANGELO ist früher Autorennen gefahren. 1985 war er in Spa-Francorchamps dabei, als Stefan Bellof in der Eau Rouge-Kurve tödlich verunglückte. »Ich begebe mich oft in Gefahr. Ich weiß nicht warum...aber vielleicht ist es der magische Reiz, an der Grenze zu sein...Ich gehe gern bis vor zum Abgrund, denn nur dort kannst du entscheiden, wie es wirklich weitergeht. Wenn man am Abgrund steht, kann man sehr viel lernen.« Damals, auf der Rennpiste in Belgien, beschloss NINO de ANGELO mit dem Motorsport aufzuhören. Die Tapferkeit und die Angst, eine Matrix fürs Leben? »Ich bin auch in der Musik so viele Risiken eingegangen. Gerade nach meinem großen Erfolg in den 1980ern. Ich habe plötzlich angefangen, für mich andere Musikrichtungen zu suchen. Aber das war falsch. Es hat nie richtig funktioniert.«

Das Schicksal hat im Laufe der Jahre mehr Prüfungen für ihn parat als für viele andere Menschen. Zweimal an Krebs erkrankt, die Stimme verloren, eine Pleite, zerbrochene Beziehungen. »Als ich die Diagnose Krebs bekam, dachte ich nicht wie andere, warum es gerade mich erwischt. Mein erster Gedanke war, So, jetzt hast du die Quittung für all das, was du in deinem Leben veranstaltet hast. Ich war sehr fahrlässig mit meiner Gesundheit, mit meinem Körper, umgegangen. Ich war verantwortungslos zu meinen Mitmenschen gewesen. Und dann dachte ich, das sei jetzt die Strafe für das alles. Aber irgendwo spürte ich auch, dass es eine Chance für mich war auf einen Neuanfang.«

Den Neuanfang hat NINO de ANGELO lang vorbereitet und in »Meisterwerke« umgesetzt. Mit seiner großen Stimme, die auch sanfte Klangbilder zeichnen kann. Sein Treibstoff heute ist die Lust seine Passion auszuleben, die Freude, seine Musik zu machen. Er selbst sagt: »Ganz oben sein und abstürzen, wer kennt das besser als Nino de Angelo?«

Nun ist NINO de ANGELO endgültig oben angekommen.

NINO de ANGELO TRACK BY TRACK (in chronologischer Reihenfolge):

Track 1: Merci Cherie (Udo Jürgens, 1966)

Das ist ein Song, der mich sehr an meine heutige Frau erinnert, die ich ja um das Jahr 2002 kennengelernt habe und sie war sehr, sehr jung. Wir lernten uns kennen, hatten eine wunderschöne Nacht zusammen. Aber irgendwann mitten in der Nacht bin ich mal an ihre Tasche gegangen und habe auf ihren Ausweis geguckt und bin natürlich erschrocken. Ich meine sie wäre 17 gewesen, ich hoffe nicht noch jünger. Heute ist sie 30 und ich bin 50...vor 13 Jahren war das also ungefähr. Damals dachte ich, eine ernste Beziehung mache keinen Sinn, sie ist zu jung für mich. Aber jetzt sind wir verheiratet...jetzt ist der Altersunterschied auch nicht mehr so groß, 30 und 50 geht, aber 17 und 37 erschien mir damals unmöglich.

Track 2: Tränen lügen nicht (Michael Holm, 1974)

Ein Lied und ein Text, die ausdrücken, wie es ist, wenn man manchmal an einer Liebe zweifelt. Es gibt oft Situationen, in denen du mit jemandem zusammen bist, und irgendjemand erzählt dir irgendwas Unwahres über denjenigen. Und du fängst an, an der Loyalität des Anderen zu zweifeln. Ich habe so etwas schon einmal erlebt: Ich habe mal bei einer Frau, mit der ich zusammen war, einen Liebesbrief von einem anderen Mann gefunden. Ich war dann einfach sehr verunsichert, obwohl der Brief eigentlich keine Bedeutung hatte.

Track 3: Schwanenkönig (Karat, 1980)

Es ist ein sehr trauriges Lied. Es handelt von tiefer Liebe, ewiger Treue und natürlich dem traurigen Abschied – ein wunderschönes Lied. Mit Karat verbindet mich einiges. Ich kannte Herbert Dreilich und hatte mich noch kurz vor seinem Tod mit ihm unterhalten und wir haben überlegt, ob wir bald mal was zusammen aufnehmen.

Track 4: Der goldene Reiter (Joachim Witt, 1981)

Diesen Song kann ich sehr gut nachvollziehen – er kann alles ausdrücken: Erfolgsdruck, Absturz, Depression, Psychiatrie. Ich selbst war zweimal in der Psychiatrie und das war schrecklich. Da war ich einmal in der Geschlossenen, liege nachts in meinem Bett und schlage meine Augen auf und da steht die ganze Zeit ein verrückter Typ neben meinem Bett. Ich habe dann versucht, da ganz schnell rauszukommen. Ich halte auch nicht viel davon, man wird nur ruhig gestellt und muss diese ganzen Medikamente nehmen, die einen manchmal vielleicht noch kränker machen, als man ist. Es ist manchmal wirklich sehr, sehr schwer, wenn man so entgleist, dass man aus Selbstschutz in die Psychiatrie geht - das habe ich ja getan. Aber dieses ganz oben Sein und Abstürzen, wer kennt das besser als Nino de Angelo...

Track 5: Der Spieler (Achim Reichel, 1982)

Einer meiner Lieblingssongs – diesen Wahnsinn kenne ich selbst viel zu gut, dieses irrationale Denken, diese Selbstzerstörung, dieses Alles-oder-Nichts-Denken, das ist ein völliges Drama, wenn man so einer Spielsucht oder so einer Suche nach dem Kick verfallen ist. Ich kenne dieses Suchtproblem mit dem Spielen sehr gut. Ich spiele gerne, aber ich hätte nie anfangen sollen um Geld zu spielen - das hat mich mindestens schon eine Million in meinem Leben gekostet.

Track 6: Sag es laut (Xavier Naidoo, 1998)

Das ist für mich eine absolute Liebeserklärung. Und wenn man sich sehr liebt, dann möchte man es jeden Tag hören und möchte es auch zeigen. Und man entwickelt auch diesen Beschützerinstinkt und das ist die große Liebe, glaube ich.

Track 7: Du trägst keine Liebe in dir (Echt, 1999)

Ein wunderschöner Song, der ausdrückt, wie es ist, wenn der Partner, absolut beziehungsunfähig ist, jemand, der viel zu viele Probleme mit sich selbst hat...so war ich eine Zeitlang selbst auch – beziehungsunfähig. Man muss sich erstmal selbst lieben, um jemanden lieben und eine Beziehung eingehen zu können. Jemand, der keine Liebe in sich trägt, der liebt sich selbst auch nicht.

Track 8: Symphonie (Silbermond, 2004)

Dieses Lied geht mir durch und durch. Es ist ein trauriges Lied. Es ist mir auch schon passiert. Eine Liebe zerbricht, man lebt sich auseinander, die Ehe und die Liebe sind gescheitert und man findet wirklich keinen Weg mehr zurück. Das ist was ganz Schmerzhaftes, was ganz Trauriges, aber manchmal ist es wirklich besser aufzugeben, als irgendetwas weiterzuleben.

Track 9: Vom selben Stern (Ich+Ich, 2007)

In diesen Song interpretiere ich, wie es ist, jemanden zu haben, der dir hilft, wieder auf die Beine zu kommen. Jemand, der dir Kraft gibt und versucht dich positiv zu beeinflussen. Wenn man Glück hat im Leben, trifft man solche Menschen. Ich habe das auch erlebt und dafür bin ich sehr dankbar.

Track 10: Wie soll ein Mensch das ertragen (Philip Poisel, 2010)

Dieser Song erinnert mich sehr an meine Pubertät. Ich war damals total in ein Mädchen verschossen, das mit meinem Kumpel zusammen war. Und er war natürlich die coolste Socke, ein cooler Macker. Ich habe sie jeden Tag gesehen und ich habe dann versucht mir zu sagen: „Hey, das hat keinen Sinn – sie nimmt dich sowieso nicht wahr“. Und sie hat mich wirklich nicht gesehen – kaum zu ertragen.

Track 11: Wir sind am Leben (Rosenstolz, 2011)

Das ist für mich ein Titel, der die Verzweiflung beschreibt, die man manchmal im Leben hat. Ich hatte schon so oft die Situation, wo ich wirklich vor dem Spiegel stand und mich gesucht habe, wo ich gedacht habe: „Mein Gott, ich zweifle an allem und wie geht’s jetzt weiter und wo geht’s lang?“ Das ist auch ein Song, der Hoffnung gibt, denn erst mal lebst du und bist gesund und alles Weitere findet sich.

Track 12: Meine Soldaten (Maxim, 2013)

In diesem Song geht es um den Trennungsschmerz und den Versuch, stark zu sein, was meistens nicht klappt, wenn man jemanden sehr geliebt hat. Das habe ich natürlich schmerzhaft öfter mal auch am eigenen Leibe erfahren. Und dieser Song drückt aus, dass man wirklich wie ein Soldat marschieren muss, nicht nach rechts und links gucken, sich einfach sagen: „Es tut nicht weh und weiter...ich habe keine Schmerzen!“ Ich wollte, man könnte manchmal so stark sein, wie das hier beschrieben wird bzw. man könnte das als Rezept nehmen.“

Quelle: Sony Music

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