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Nik P. - Du bist mein Superstar

Im Jahr 2003. Es ist Sommer, in Teufenbach beginnt sich die Wiese mit Menschen zu füllen.

Auf der großen Bühne läuft das Vorprogramm und die Fans sind auf der Suche nach den besten Plätzen, bauen sich direkt vor der Bühne auf und >> warten geduldig darauf, dass es endlich losgehen würde. Das Open Air in Teufenbach, es war von Anfang an das Heimspiel des Nik P.. Und wenn er und seine Band Reflex loslegten, dann hing so ein Hauch von großem Pop-Festival in der Luft in diesem kleinen steirischen Dorf. Klaus Bartelmuss, der Freund, Förderer, Produzent und Geschäftspartner von Nik, der Mann, der ihn seit einigen Jahren unterstützte und die Karriere finanziell befeuerte, ließ es bei den Open Airs immer richtig krachen.

Ein paar Bretter und einige hilflose Lämpchen, das war die Sache des Bartelmuss nicht. Da musste schon etwas Anständiges her und so baute das Team von Stall-Records im Park der Gemeinde das auf, was man großes Kino nennt. Nicht kleckern, klotzen war angesagt. Nik Presnik war mit seinem Plattenvertrag endlich bei einem Major-Label untergekommen und auch im Airplay lief es gut. Die Zeichen für einen weiteren, positiven Verlauf der Karriere schienen auf Grün zu stehen und ob das Open Air am Ende des Abends ein kommerzieller Erfolg war oder nicht, das war sekundär. Viel wichtiger war es, dass die Show passte und die war grandios. Im kleinen Holzhaus, das unmittelbar neben dem Festivalgelände stand, schlief der Stammhalter den Schlaf des Gerechten. Niklas, dem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich, störte der Wirbel nicht. Ein Musikersohn und wie sich heute zeigt, tritt er auch mit seinem Talent in die Fußstapfen des Vaters. Und seine zwei Töchter, Sabrina und Stephanie: Für die war das Open Air in Teufenbach schon zum Highlight des Jahres geworden, und immer standen sie ganz vorne in der ersten Reihe, wenn der Papa und die Jungs an den Instrumenten die Wiese zum Vibrieren brachten. „Du bist mein Superstar“ klang es aus den großen Boxen, die Band trieb amtlich den Beat voran und als zum Ende der Show das Feuerwerk den Nachthimmel erhellte, die Raketen in den tollsten Farben ihre Bahnen zogen und ihre Explosionen im ganzen Tal zu sehen und zu hören waren, da schien es, als würde sich all die Arbeit, die Mühsal, das Tingeln, Komponieren und Textdichten endlich auszahlen. Nik P. war auf dem besten Weg, den Text seines Liedes für sich selbst zu erfüllen. Was sollte da noch schiefgehen? 1981 stand er zum ersten Mal auf einer Bühne und spielte für Publikum. 22 Jahre Musikerleben. Zeit für den großen Durchbruch.

Die Euphorie des Jahres 2003 ebbte im Jahr darauf wieder ein wenig ab. Die CD „Superstar“ wurde von den Fans zwar gut aufgenommen, aber der große kommerzielle Durchbruch ließ auf sich warten. Es zuckte, aber mehr war nicht. Man entwickelte Konzepte, kümmerte sich darum, dass Nik permanent irgendwo auf einer Bühne stand und spielte - was aber fehlte, das war das Fernsehen. Die TV-Produzenten rissen sich nicht um den Mann mit dem Bart. Was im Radio perfekt funktionierte, lief im Fernsehen gar nicht. Für Volksmusiksendungen war er zu rockig und da hätte er auch nicht reingepasst. Und bei den Schlagersendungen wurden die berühmteren Kollegen bevorzugt. Es war zum aus der Haut fahren und frustrierte dementsprechend. Dazu kam noch, dass der Vertrag mit seinem damaligen Label, Koch Universal, ausgelaufen war und Nik nicht verlängern wollte. Irgendwie passte alles nicht so wie ursprünglich gewünscht und erträumt zusammen. Frust, aber aufgeben gilt nur für Briefe und so wurde das eigene Label Stall Records aktiviert. Erst 2005 kam die nächste CD: „Briefe an den Mond“. Eine sehr eigenwillige Platte und rückblickend gesehen eine der besten CDs, die Nik P. je aufgenommen hatte.

Einige Schlager-Fans konnten damit nichts anfangen. Sie waren diese Foxkracher und Partysongs wie „Gloria“ oder „Ireen“ gewohnt, jetzt kam ihnen ihr Nik plötzlich auf eine gewisse Art philosophisch daher und holte sich mehr Anleihen beim Rock? Heute ist es genau diese CD, diese an den Mond gerichteten Briefe, die von seinem Publikum wieder entdeckt wird. Die Qualität der Lieder, die Sinnsuche, die sich in einigen der Texten findet, eine Form der Melancholie, die der Songschreiber darin zulässt - das alles war auch ein deutliches Zeichen eines Reifeprozesses. „Ich schreibe wirklich Briefe an den Mond“, erzählte er mir damals und als ich ihm ein wenig dabei half, im CD-Booklet dazu die richtigen Worte zu finden, da vertraute er mir an, dass er, wenn er nachts nicht schlafen kann, Briefe an den Mond schreibt. „Denn der ist immer da, der Mond ist seit ich klein war schon immer mein Begleiter und wendet sich nicht von mir ab“, sagte er mir damals und ich verstand, dass sich darin auch ein Wunsch des gehört und verstanden werdens verbarg.

2005 war auch das Jahr, als er sich dazu entschloss, einen Musiker-Wechsel vorzunehmen. Eine unangenehme Situation, mit den Jungs von Reflex ist er gemeinsam einen langen Weg gegangen, aber Nik spürte, dass er Veränderungen vornehmen musste. Der Stillstand, der ihn aufrieb, der musste in Bewegung verändert werden. Aus der Truppe von Reflex folgten Josef Düregger und Andi Wilding Nik in seine neue Band. Einige Fans haben ihm diesen Musikerwechsel übel genommen. Für sie gehörten Nik P. und Reflex einfach zusammen, aber der Bauch sagte ihm, dass die Entscheidung richtig war, wenn auch schmerzlich. Es mussten neue Wege gegangen werden, die alten haben nicht zum erhofften Ziel geführt.

Es war in der Tat eine paradoxe Situation. Die Lieder des Nik P. erreichten in der Mitte der Nuller-Jahre eine bis dahin noch nicht gehörte Qualität und trotzdem wirkte es so, als hätte sich alles gegen ihn verschworen. Je besser die Lieder wurden, umso weniger teilten die Medien diese Einschätzung. Auf „Briefe an den Mond“ befand sich auch „Lovin‘ You“, ein wunderschönes Liebeslied, eine Ballade, die einem den Atem raubt und mit Natascha Wright hatte Nik eine tolle Sängerin zur Seite. Ja, man kann nicht einmal behaupten, dass die Deutsch/Englisch-Variante eine zu exotische gewesen wäre, aber es war wie es war. Ein Fluch schien über all dem zu liegen, was Klaus und Nik anpackten. Die Euphorie des Jahres 2003 war verflogen. „Briefe an den Mond“ stieg zwar kurzfristig in die Top 10 der österreichischen Album–Charts, stürzte aber bald darauf wieder gnadenlos ab. Und dann: Endlich Fernsehen! Endlich eine große TV-Show im ORF, in der Nik und Natascha ihr Duett bringen konnten.

Es war 2006, als beim „Wenn die Musi spielt“-Sommer-Open-Air in Brand Laaben, Niederösterreich, „Lovin You“ aufgezeichnet wurde.

Aufgezeichnet, aber nicht gesendet. Der Song wurde kurzerhand aus der Show geschnitten. Es war, als wenn man dem kleinen Team von Stall-Records den Boden unter den Füßen weggezogen hätte. Duett-Partnerin Natascha wurde extra für viel Geld für die Sendung aus Deutschland eingeflogen. Sie musste andere Verpflichtungen absagen. Und dann das! Zorn, Ärger, Wut. Proteste verhallten an der Ignoranz der Fernsehmacher. Einen wirklich nachvollziehbaren Grund, weshalb Nik aus der Show gekickt wurde, hatte man ihm nie genannt. Angeblich war Natascha zu sexy -  aber schrieben wir nicht bereits 2006 und nicht mehr 1965? Die Stimmung im Studio in Teufenbach war durch solche und andere Ereignisse im Keller; mehr noch, sie war schlichtweg verheerend.

Quelle: Ariola

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