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Gilbert - Lady LayDer Weg ist das Ziel. Wer sich das als Lebensmotto wählt, kommt auch mit Kurven, Höhen und Tiefen zurecht. Gilbert Soukopf jedenfalls sieht Schwankungen im System nicht allzu dramatisch. Der gebürtige Tiroler, der seit seinem achten Lebensjahr auf der Bühne steht, hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als glaubwürdiger Sänger und Songschreiber im deutschsprachigen Raum gemacht und mit seinen Songs („Ich bin frei“, „Liebe Laster Leidenschaft“) Spitzenplätze im Airplay belegt. Im Winter gelang ihm mit „Doch ich wein“ der ...

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 bis dato erfolgreichste. Er markierte nicht nur Gilberts Aufbruch an die Spitze des deutschsprachigen Pop, sondern auch den Beginn seiner Zusammenarbeit mit Starproduzent David Brandes. Am 28. Mai 2010 erscheint Gilberts erstes Album bei Ariola (Sony Music): „Lady Lay“. 

„Lady Lay“, das erinnert an Bob Dylan. Kein Zufall. Der Musiker gehört zu Gilberts Idolen. „Für mich ist Dylan einer der Größten. Speziell für mich als Songwriter waren die 1970er mit Stars wie ihm und Eric Clapton prägend. Musikalisch waren das die Jahre, in denen unglaublich viel Musikalität auf den Markt gekommen ist. Da musste der Song stimmen, damit das Ganze funktioniert hat. Also anders als es heute oft ist.“ Aber Jammern liegt einem Künstler wie ihm nicht – Gilbert setzt sich selbst ans Klavier und lässt Lieder entstehen, die unter die Haut gehen dürfen. Sollen. Müssen! Anders haben sie keine Chance auf seine Alben zu kommen. Die Fans danken es ihm. Als zusätzlichen kreativen Kopf hat sich Gilbert also nun mit David Brandes zusammengetan, dem DeutschPop-Produzenten der Stunde. Er verhalf Künstlern wie Christian Lais und Bernhard Brink zu sensationellen Erfolgen, bescherte der Österreicherin Simone Gold-Awards und Amadeus-Nominierungen und mischt auch auf internationalem Sektor nach wie vor kräftig mit. „Er hat mir vom ersten Moment an ’taugt“, erinnert sich Gilbert, „wobei ich mich erst gesträubt habe, weil ich meine Songs ja selber schreiben will und David ist eigentlich auch Songwriter, aber er ist mir sehr entgegen gekommen. Plus: Ich hab in meinem Leben selten in so kurzer Zeit so viel gelernt wie hier!“ Fürs aktuelle Album hat Brandes drei Nummern komponiert, die restlichen Kompositionen und sämtliche Texte stammen von Gilbert selbst. Top-Leute wie Johan Daansen (Gitarren) und Gary Jones (Ton) halfen mit aus den klanglichen Rohdiamanten strahlende Werke entstehen zu lassen, die aufs Plastik-Pop-geschundene Ohr eine direkt heilsame Wirkung haben.

Bis es zum Album „Lady Lay“ kommen konnte, hatte Gilbert aber schon ein eindrucksvolles Stück Weg hinter sich. Am Anfang standen die Live-Musik der Jugendzeit, erste Rockbands und die Familiengründung. Sohn Benjamin (wird heuer 28, „Der wichtigste Mensch in meinem Leben“) inspiriert ihn zur Aufnahme eines ersten eigenen Titels: „Du mein kleiner Freund“. Aus Spaß und weil der Junge mal eine schöne Erinnerung haben soll. Irgendjemand reicht das Ganze weiter an die Rundfunkstationen; der Titel entwickelt eine eigene Dynamik. „Das Schicksal hat’s irgendwie so gedreht, dass mein Sohn mich so auf die Bühne zurückgebracht hat. Er hat mich inspiriert zu diesem Titel und auch sonst mehr als irgendein anderer. So war mein Einstieg.“ Heißt das, Gilbert war vorher musikalisch inaktiv? „Nein, das nicht. Ich lebe für die Musik. Was ich mach,  ist das, wo ich dahinter steh. Darum mach ich mein Leben lang Musik; es geht gar nicht ohne! Ich mach mich immer wieder für die Musik auf den Weg.“

Und dieses „auf den Weg machen“ geschieht manchmal im wahrsten Sinnen des Wortes: Zehn Wochen lang pendelte Gilbert für sein Album „Lady Lay“ ständig zwischen Tirol und Weil am Rhein, dem Ort, in dem das Studio steht. Auch seine erste Promotion-Reise hat er seinerzeit selbst organisiert. „Wenn du die Bergfelsen direkt hinterm Wohnzimmer hast und so wie ich auch noch gerne kletterst und Ski läufst, dann scheust du irgendwann keine Wege mehr“, sinniert der sportbegeisterte Sänger. Er versucht das, was er da tut, nicht mehr als nötig zu bewerten, sondern lieber zu inhalieren und zu spüren, woran er arbeitet. „In der Musikbranche wirst du sowieso schon genug ‚schubladisiert’, da muss ich das nicht auch noch selber tun.“ Seine Musik, so sagt Gilbert, sei inspiriert von Pop, Rock, Liedermacherei und guten Schlagern. Irgendwo dazwischen sieht er sich, wo genau, sei nicht wichtig. Hauptsache, er kann in seinen Liedern ehrlich und authentisch bleiben. „Schön wenn die Leute das spüren!“
 
Apropos – wir haben Gilbert gefragt, was das schönste Kompliment ist, das er von Fans bekommen hat. Oder was das schönste fürs neue Album wäre. „Erstens: Wenn ich auf der Bühne stehe und die Leute meine Songs nachsingen. Zweitens: Wenn man ein Publikum von 20 bis 70 erreicht, das meine Musik gleichermaßen mag. Und drittens: Wenn man die Menschen berührt.“ Das sind Gilberts Wünsche und Ansprüche an sich selbst und seine Songs. „Es passiert immer wieder, dass mich Menschen ansprechen auf meine Texte. Sie finden sich darin wieder. Wie wunderbar ist das!“

Und das sind die Songs auf „Lady Lay“ (und Gilberts Kommentare dazu)

Lady Lay
Der Titel ist outstanding; eine ganz eigene Liga. Ein sagenhaft schönes Lied! Bei diesem Lied haben David Brandes und ich uns richtig gefunden; da haben wir richtig gemerkt, wie intensiv wir uns inspiriert haben. Lady Lay ist minimalistisch und trotzdem so rund und gewaltig.

Doch ich wein
Mit Doch ich wein haben wir den Pflock reingehauen; das Haus kam danach in Form des Albums. Für mich ist das ein historischer Titel, weil er meine innere Wendung markiert mich zu öffnen für eine neue Zusammenarbeit. Ich hab so viele Komplimente bekommen, dass ich mich traue meine Gefühle in einem Song so offenzulegen.

Claire
Claire ist ein authentischer Titel. Eine Geschichte, die im Prinzip so stattgefunden hat und die ich auch heute noch so spür. Ich schwelge in Erinnerungen – was ich in vielen Song tue.

So bist nur du
Eine Liebeserklärung. Mehr wird nicht verraten!

Tief in mir
Ein typischer David-Song; gewissermaßen der „kleine Bruder“ von Lady Lay. Ein wunderschönes Lied und ein Text, der unter die Haut geht. Es geht um das was ich empfinde, wenn ich den Menschen gegenüber liebe.

Ein rauher Wind
Der Song passt auch rhythmisch sehr gut zu mir und meinem Lebensstil: Living in a fast Line. Hier begegne ich im Song einer Frau, die mir Paroli bietet. Und die so lebt wie ich selber bin. Sehr spannend!
 
Feuer und Eis
Feuer und Eis steht für die Widersprüche, die immer wieder im Leben auftauchen und die unser Gefühlsleben auf links drehen können.

Ich brauch dich doch so sehr
Die Nummer hab ich mit Jürgen Schwizer zusammen geschrieben. Eine traurige Rock-Ballde, in der sich der Mann fragt: Was ist passiert, dass ich jetzt alleine hier sitze? Ich lasse bewusst offen, warum die Frau weg ist. Ich wünsche mir sie einfach wieder zurück.

Seid Ihr da
Ein typischer Live-Titel über Sommer, Sonne, Freiheit und Party. Die Nummer macht Spaß!

Morgentau
Da heißt es: Lass uns einmal noch den Morgentau berühren. Ich singe über den Kreislauf einer sterbenden Beziehung.

Sorgenfrei
Klingt so wie er heißt. Es geht darin um die Themen, die man locker, und die, die man erst nehmen sollte.

Tirol
Eine absolute Liebeserklärung an meine Heimat.

Gilbert im TV:
29.05.   ORF 2   Musikantenstadl
07.06.   ARD   Immer wieder sonntags
25.07.   ZDF/ORF 2  Wenn die Musi spielt
07.08.   ARD   Musikantenstadl

Quelle: Ariola

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