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Allessa präsentiert ihr Album Allessa, die Frau, die emotional und seelisch den Süden im Blut hat, in der Mitte des Kontinents lebt aber auch familiär nordische Wurzeln vorweisen kann. "Mütterlicherseits kommt meine Familie aus Hamburg, durch die Familie des Vaters gibt’s eine Verbindung nach Italien und auch etwas ungarisches Blut fließt in mir. Diese Gen-Melange spüre ich vor allem dann, wenn die Sehnsucht nach dem Meer immer größer wird“, sagt sie und ergänzt: „Ob an der Nordsee oder am Adriastrand. Eine Brise Meeresluft in der Nase und mir geht es gut. Oder stundenlang barfuß den Strand entlangwandern und Muscheln sammeln … Nichts entspannt mich

mehr“. Das Jahr 2007, es war das Jahr mit dem Sommer von Allessa. Die attraktive Grazerin tauchte in der Schlagerszene auf und innerhalb kürzester Zeit war klar, da ist jemand, der Talent besitzt und den es zu beobachten gilt. Eine neue, eine gute Stimme die sich in ihrer eigenen Art in den Songs des modernen Schlagers behauptete. Das Interesse an der jungen Frau mit dem langen brünetten Haar wuchs. Allessa war schnell Teil der österreichischen Schlager-Szene, tauchte auf und hatte auf Anhieb erste Erfolge. Airplay-Chartergebnisse führten zu TV-Sendungen, zu Interviews und zu Antworten auf die Frage: Wer bist du, Allessa?

„Der Klassenkasperl, der war ich zwar, habe gerne gesungen, doch da war niemand, der mir zugehört hat, denn bei uns daheim war es immer ruhig. Lesen, sich mit sich selbst beschäftigen … in meinem Zimmer konnte ich das Ticken der Uhr an der Wand hören, also mit Singen war da nicht viel los. Aber vielleicht war es gerade das, was in mir die Sehnsucht nach stimmlichem Ausdruck geweckt hat“, erzählt sie, die ursprünglich nie daran gedacht hat von der Steiermark weg zu ziehen. Dort, nicht weit von ihrem Elternhaus, gab es einen Reitstall und in einer der Koppeln, da scharrte Pedro mit seinen Hufen. Das Pferd wurde ihr bester Freund. Ein Schulpferd. Vollblut-Fuchs. „Pedro war auf seine Art einzigartig. Wie umsichtig er vor allem mit Kindern umging, das war unglaublich“. Er gehörte zum Reitstall aber als Lohn für ihre Pflege rund um Pedro durfte sie auf ihm reiten. Allessa und Pedro wuchsen zusammen. „Mit ihm wirst du nicht viel erreichen“, prophezeite man ihr am Pferdehof, aber wie auch später immer wieder in ihrem Leben machten genau solche Situationen Allessa stark und die Erfolge, die sie und Pedro bei Wettkämpfen später erreichten, straften alle Vorurteile Lügen. „Er war ein Schulpferd, für Wettbewerbe quasi abgeschrieben, aber mit Willen, Ausdauer und Tatkraft erreicht man viel“, sagt sie und erinnert sich auch heute noch an diese Zeit zurück. Sie sparte Geld, um den Fuchs zu kaufen, schleppte Pizzas durch die Gegend, wusch Geschirr ab, hatte ihr Ziel vor Augen und das Sparbuch mit dem Geld für Pedro füllte sich beständig. Das Leben, es verläuft wie ein Groschenroman? Manchmal schon: Der Wallach fiel eines Tages tot um. Plötzlich.

Es war das erste dramatische Trennungserlebnis für Allessa und dafür ausschlaggebend, dass sie nach Wien ging, um ihre Umgebung zu verändern und um Veterinärmedizin zu studieren. Im Studentenheim fühlte sie sich nur bedingt wohl. Wäre da nicht eine Studienkollegin gewesen, die in der Ausbildung zur Musicalsängerin stand, hätte sie bald wieder ihre Koffer gepackt, aber so nahmen die Dinge ihren Lauf. Durch die Gesangsproben der Kollegin sprang der Virus über. Jetzt gab es niemanden mehr, der sie Lesen schickte, wenn sie zu Singen begann. Aus dem stillen Mädel wurde ein Bühnentier. Ein Zebra! Zu dritt wurde eine Girl-Band gegründet: C-Bra. Im Karaoke-Lokal traf das Trio auf einen Produzenten, der wiederum wollte in C-Bra Potential entdecken, es kam zum ersten Plattenvertrag und es entstand die erste Single. Das war 1998. Das Trio war emsig und machte sich schnell einen Namen. Doch drei junge Damen im Zebrastall? Funktioniert das? Allessa hielt es nicht lange bei C-Bra, packte wieder ihre Koffer und heuerte bei einer Cover-Band an. Das war der harte Weg. Kreuz und quer durch Europa tingeln, die Hitparade rauf und runter singen.

Auf Hochzeiten ebenso wie bei Zeltfesten oder Geburtstagen. „Die beste Möglichkeit um zu lernen“, sagt sie und der in ihr inne-wohnende Ehrgeiz trieb sie da zu Höchstleistungen. „Als ich in die Band eingestiegen bin, wollten mir die Jungs erklären, dass ich nie und nimmer Songs von Anastacia drauf hätte …. Zwei Monate später waren die Herren ruhig“, erzählt sie und dann der Nachsatz: „Ich kann es nicht leiden, wenn jemand das sagt“. Alt werden in einer Cover-Band, das war allerdings nicht das Ziel. „Da, in so einer Band, es fehlte die Möglichkeit zur persönlichen Entwicklung und die stand bei mir immer an allererster Stelle. Es machte einfach keinen Sinn ewig als Anastacia-Klon durch die Gegend zu tingeln“, sagt Allessa, die sich dann ab Mitte 2000 auf ihre eigene Karriere vorbereitete.

Der Sommer 2007 war es dann in dem Allessa als Solo-Künstlerin erste erfolgreiche Spuren im Musikgeschäft hinterließ. Doch dann war irgendwie Sendepause. Allessa, die Frau mit den fein geschnittenen Gesichtszügen, die musikalisch schon eine lange Reise hinter sich hatte und die einen tiefen Bezug zur Natur hat, deren beide Hunde sie immer begleiten, diese Allessa macht nun wieder auf sich aufmerksam. Daher ist heute die Frage legitim: Was war da los, in den vergangenen fünf Jahren? Und schnell wird klar, die Geschichte lässt sich nicht in zwei Sätzen erzählen, denn im Grunde läuft es darauf hinaus, dass sie in den vergangenen fünf Jahren einen Selbstfindungsweg gegangen ist. „Ja, was war da los … ich habe meine eigene Handschrift gesucht, war in dieser Situation an vertragliche Gegebenheiten gebunden wo Projekte an mich herangetragen wurden, in denen ich mich einfach nicht gesehen habe und muss rückblickend sagen, dass diese Zeit für mich sehr wichtig war“. Im Klartext heißt das: Allessa ist bei sich selbst angekommen. Sie, die als Jugendliche einen Literaturwettbewerb in Graz gewonnen hat, kann sich nun auch den eigenen Texten widmen, beim Arrangement der Songs mitarbeiten, sich so präsentieren wie sie ist. Als Mensch, als Sängerin, als Autorin und als Frau … Coverband war gestern, Allessa ist heute.

Allessa – die Kriegerin, irgendwie steckt da schon ein wenig selbsterfüllende Prophezeiung im Namen. „Der Weg war nicht einfach und ich musste lernen, mich auf meine Intuition zu verlassen, auf meine Gefühle zu hören und den Emotionen freien Lauf zu lassen. Mir und anderen klar zu machen, dass ich nichts mehr singe, das nicht zu mir passt, keine Dinge mehr anpacke, die ich nicht anpacken will. Die persönliche Entwicklung, die ich in den vergangenen Jahren durchgemacht habe, sie hat mich nun viel gefestigter werden lassen“, erklärt Allessa und am Ende dieser Phase der Selbstfindung, steht nun ein neues Album einfach nur mit ihrem Namen.

Zum Start in Deutschland hat sich Allessa übrigens etwas ganz Besonderes ausgedacht. Ein wunderschönes Duett mit dem Schlagertitan Bernhard Brink!„Te ne vai“ heißt dieses Duett aus der Feder von Mentor Nino de Angelo. Der Titel wurde allerdings hierfür nochmal komplett neu aufgenommen und ist mit jener Version, die sich auf Allessas Album im Original befindet, nicht identisch. Allessas dunkles, aufregendes Timbre trifft in dieser Ballade nun auf ihren Kollegen Bernhard Brink. „Unsere beiden Stimmen harmonieren auf ganz natürliche Weise“, schwärmt Allessa und in der Tat, das Zusammenspiel des Gesangs gibt dem Lied zum Text auch die emotionale Komponente mit. „Te ne vai“ – und du gehst – ist eine Abschiedsszene. Es ist der Soundtrack einer zerbrochenen Liebe, das bittere Ende eines Lebensabschnitts. Allessa und Bernhard Brink schaffen es diese Geschichte in 3 Minuten und 14 Sekunden mit ausgesuchter Intensität zu erzählen. Keine Frage, mit diesem Duett wird Allessa in Deutschland vom Start weg viel Aufmerksamkeit erregen.

Quelle: UMD/Koch

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