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Johannes Oerding - Kreise (Album am 05.05.2017)Johannes Oerding bündelt auf seinem fünftem Album "Kreise"" alte Stärken mit neuen Wegen. »Oft sind Anfang und Ende der gleiche Punkt« lautet die erste Zeile von "Kreise", dem Titelsong des fünften Albums von Johannes Oerding. Diese Aussage ist durchaus programmatisch zu verstehen, denn um genau diesen Moment geht es hier. ...

Ein Kreis, der sich schließt, ist immer Sinnbild einer Zeitenwende, die gleichermaßen Rückschau wie Ausblick hält. Deshalb hätte Oerding keinen treffenderen Titel wählen können.

Wenn sich ein Künstler, der in seiner konstant ansteigenden Karriere auf gold- und platinveredelte Alben sowie ausverkaufte Tourneen in immer größeren Hallen zurückblicken kann, an die Arbeit zu neuen Songs macht, steht er – wie jeder Songwriter mit Anspruch - vor der großen Herausforderung, musikalisch wie textlich Orte zu finden, an denen er noch nicht war. Sich treu zu bleiben und dabei dennoch neue Wege zu gehen. Nicht wenige Künstler halten in so einem Moment vorsichtshalber an Bewährtem fest – andere wiederum blühen geradezu auf, weil sie niemandem mehr etwas beweisen müssen und bringen mit genau dieser Freiheit im Rücken die Essenz ihres bisherigen Schaffens gekonnt auf den Punkt.

"Kreise" ist genau so ein Album geworden. Johannes Oerdings typisches Songwriting, das man nach nur wenigen Takten als unverkennbar identifiziert, hat hierauf nochmal deutlich an Klarheit und Tiefe gewonnen – aber genauso sicher bewegt er sich auch auf musikalischen Terrain, das man von ihm so noch nicht gehört hat. Stimmlich ohnehin über jeden Zweifel erhaben, überzeugt Oerding auf "Kreise" mit einzigartiger Bandbreite zwischen entspannter Zurückgenommenheit und hohem Falsett. Dass das Endergebnis dabei nach zusammenhängendem Gesamtwerk und nie nach Gemischtwarenladen klingt, liegt nicht zuletzt an Oerdings erneuter Zusammenarbeit mit Mark Smith, der ihn als kreativer Partner von Beginn seiner musikalischen Karriere an begleitet und mit dem er sich bei "Kreise" erstmals auch den Produzentensessel teilt. Fein akzentuiert bekommen die Balladen genau den Raum, den sie brauchen, um ihre volle Größe zu entfalten – und lassen die Popsongs dadurch umso heller strahlen.

Johannes Oerding gelingt es wie keinem anderen deutschen Pop-Songwriter zur Zeit, in seinen Songs und Texten eine direkte emotionale Verbindung zu seinen Zuhörern herzustellen, die jedem einzelnen das Gefühl vermittelt, er würde nur für ihn persönlich singen. Diese Qualität zeichnet selbstverständlich auch "Kreise" aus. Der erkennbare Reifungsprozess, der sich in seinen neuen Texten widerspiegelt, macht deutlich, dass Oerding inzwischen sehr viel mehr erlebt hat als zu Zeiten seines Debuts.

Exemplarisch hierfür ist "Unser Himmel ist derselbe"- ein Song, der während einer kreativen Auszeit allein am anderen Ende der Welt entstand und der eine echte Hymne geworden ist für alle, die eine geliebte Person vermissen. Mit dem landestypischen Instrument Digeridoo, das hierauf zu hören ist, verbindet Oerding den Song untrennbar mit der Quelle seiner Inspiration.

Unter den nachdenklichen Balladen wie "Stein für Stein", "Zwischen Mann und Kind" oder "Die Zeit nach der Zeit danach" findet sich in "Freier Fall" eine kluge Dekonstruktion von typischen Poesie Klischees, während die Samy Deluxe Textkollaboration "Weiße Tauben" die berechtigte Frage stellt, wie wir von der Generation entschlossener Atomkraft- und Kriegsgegner in den heutigen Zustand der Welt geraten konnten.

"Nur Unterwegs" erzählt von der Rastlosigkeit im Sinne Jack Kerouacs und der funkelnd melancholische Popsong "Leuchtschrift (Große Freiheit)" über die Verheißungen der Großstadt erzeugt umgehend Bilder vor dem inneren Auge des Hörers, die an "Lila Wolken" von Marteria denken lassen. Das beatle-eske "Love Me Tinder" über das Dating-Verhalten im Zeitalter sozialer Medien trifft auf die Prince Hommage "Zieh dich aus", die mit ihrem gekonnten Perspektivenspiel eines leicht überrumpelten Mannes nicht nur musikalisch der Linie des Meisters aus Minneapolis treu bleibt.

Auch für große Pop-Momente ist mit "Tetris" und "Hundert Leben" selbstverständlich gesorgt – und nicht zuletzt durch das Titelstück "Kreise" mit seiner unwiderstehlichen Hookline, die uns noch lange begleiten wird.

Mit feinsinnigem Gespür findet Johannes Oerding erneut die richtigen Worte und Melodien für alles, was die menschliche Seele bewegt. Seine Songs sind gleichermaßen treue Begleiter, Trostspender, Mutmacher wie punktgenaue Alltagsbeobachtungen, die vielen aus der Seele sprechen.

Deshalb ist es keinesfalls verwunderlich, dass es Johannes Oerding mühelos gelingt, die Nähe zu seinem Publikum in ihrer Unmittelbarkeit regelmäßig bis in die letzte Reihe großer Arenen zu transportieren.

"Kreise" liefert einmal mehr den Soundtrack dazu.

Quelle: Columbia Music

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