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Toby M - Ohne Julia (Album)Es gibt Künstler, die brauchen keine pompösen Pseudonyme, keine gigantische Marketing-Maschinerie oder ständige Präsenz an jeder Ecke. Es gibt Künstler, die tun einfach das, was sie am besten können und bei dem sie sich einfach wohl fühlen. Tobias Mitterauer, kurz Toby M., ist so einer. Ein ganz normaler, höchst genügsamer Mensch, der neben seinem großen Hobby, dem Ringkampf, und seinem Beruf als Anwalt besonders...

eine Sache stets mit besonderer Leidenschaft mit der Welt teilt: Seine einzigartige Musik. Wenn ein neues Toby M.-Album in die Läden kommt, wissen Kenner, Fans und Musikliebhaber im Allgemeinen genau, was sie erwartet, während sie mit freudiger Erwartung die neue CD auf die Ladentheke legen. Vor allem eines: Substanz.

Klar, bei Toby M., dem Salzburger Sänger und Songschreiber geht es ebenfalls um die Liebe – wie könnte es anders sein. So ist er bereits bekannt für all seine Songs, die Frauennamen im Titel haben: „Katrin“, „Valentina’s Eyes“, „Melanie“, „Jaqueline“ und nun eben „Julia“ bzw. „Ohne Julia“. Doch Toby M. ist einfach anders. Wo die meisten Genre-Kollegen sich in kitschigen Klischee-Songs verlieren, hat Toby M. stets den Blick auf das Leben, auf die Realität. Man kann sagen: Ehrliche Romantik, wie wir sie alle kennen – eine nachdenkliche Greifbarkeit. Als Zwei-Sprachen-Talent hat er immer schon über das Leben in englischen und deutschen Songs gesungen – schon seit seinem Debüt-Album „Same Time – Same Station“ im Jahre 2000. Sechs grandiose Alben und acht Singleauskopplungen später sind wir nun beim brandaktuellen Album „Ohne Julia“ angelangt. Ein Zeugnis dafür, wie sich ein hochkarätiger Sänger im besten Fall entwickelt.

Los geht es mit „Wilde Pferde“, ein Song, welcher direkt die Frage stellt „Sag mir, träumst du noch den Traum, diesen endlos langen Traum, den jeder von uns träumt?“ – Wenn ein Album bereits so beginnt, weiß man einfach, dass dies kein Allerweltsalbum von vielen ist. Er katapultiert den Hörer direkt in die Welt der Nachdenklichkeit und schafft es dennoch mit Leichtigkeit, auch musikalisch mitreißend zu sein. So beginnt „Wilde Pferde“ mit einem ruhigen Piano-Intro, welches nach und nach von Pop-Beats durchzogen wird und sich stetig aufbaut. Nach einer Minute setzen sanfte Synthesizer-Klänge und eine wunderschöne E-Gitarren-Melodie ein, die den Song schleichend und doch bestimmt zu einem Ohrwurm macht. Musik, die aufbaut, euphorisch macht, und mit dem intelligenten Text zu begeistern weiß. Wahnsinn!

Nahtlos geht es weiter mit dem ebenso facettenreichen „American Girl“, welches bereits im Januar als Single veröffentlicht wurde. Die zweisprachige, hitverdächtige Mischung aus treibendem Schlagzeug, schwärmerischen E-Gitarren und perfekt eingesetzten Akustik-Gitarren-Anschlägen. Kombiniert mit dem sehnsüchtigen Text, der die mutigen und die verletzlichen Seiten der Liebe in den Vordergrund stellt und mit einer spürbaren Aufbruchstimmung daherkommt, ist dies ein absolutes Glanzstück des Albums.

Das nun folgende „Wie komm ich zu dir“ bricht aus den ruhigen Klängen aus, ohne jedoch an Einfühlsamkeit zu verlieren. Pop-Schlager mit Elektro-Klängen löst die Piano- und Gitarren-Klänge ab, während Toby M. die höchst tanzbare Mischung mit seinem tollen Text in Heimat-Akzent zum absoluten Ohrwurm macht. Ja, auch das ist Toby M. – einfach ein vielschichtiger Künstler, der Fans zahlreicher Stilrichtungen Freude macht.

Wer sich gefragt hat, was es denn mit dieser Julia auf sich hat, an die sich der Albumtitel anlehnt, findet mit dem regelrecht spektakulären Song „Julia“ die Antwort: „Ich bin verloren in diesem Traum. Ich träum noch immer von Julia…“ – was ruhig beginnt, wird kurz darauf mit virtuosem Klavier, sanften orchestralen Elementen und beinah schmerzlich-träumerischer Atmosphäre zu DEM zentralen Stück des Albums. „Ich träum jeden Tag, jede Nacht… ich bin nie mehr erwacht“. Ein so intensiv unter die Haut gehendes Stück kann es einfach nur von Toby M. geben. Ebenso wunderschön geht es mit „Die halbe Welt“, einer wiederum in Salzburger Dialekt vorgetragenen Ballade, weiter. Auch hier ist der Aufbau hin in dramatischere Gefilde einfach perfekt umgesetzt – im letzten Drittel setzt ein starker Pop-Beat ein, der den Song triumphal endet.

So wechselt Toby M. immer wieder spielerisch zwischen sanften, melancholischen Balladen und Halbballaden wie „Beim ersten Morgenlicht“, „Weck mich, wenn der Herbst beginnt“ und „Katrin“ und antreibenden, motivierenden Ohrwürmern wie „Ich will dein Herz“ oder der 2016er-Neuauflage seines Hits vom 2010er Album „Seilwunden“: „Wie ein Feuer in der Nacht“.

Und Julia scheint über all dem zu schweben. Wie im Leben von Toby M. ist sie auch auf diesem Album allgegenwärtig und lässt den Hörer nicht mehr los. So befindet sich in der Mitte des Albums der Titeltrack „Ohne Julia“. Wer schon von Song Nummer 4, „Julia“, ergriffen wurde, den wird „Ohne Julia“ noch um einiges intensiver treffen. Zum wunderschönen Klavier beginnt Toby M. mit „Sie war doch grad‘ noch bei mir…“ Und auch hier bekommen wir im letzten Drittel eine dramatische Steigerung, die – ohne Übertreibung – in der heutigen Musikwelt Ihresgleichen sucht. Und auch nachdem das Album bereits fast vorbei ist, wird der Hörer noch einmal von „Julia (Reprise)“ ergriffen, einem instrumentalen Stück der Erinnerung, bestehend aus der unvergesslichen Melodie der „Julia“-Songs.

Abwechslungsreich, charismatisch und vor allem bedeutungsvoll – so könnte man „Ohne Julia“ zusammenfassen… wäre da nicht die titelgebende Song-Trilogie! MIT diesen Songs ist das Album ein wahrhaftiges Kunstwerk. Was Toby M. hier auf die Beine gestellt hat, ist etwas ganz Großes, das die Kraft hat, den Hörer unheimlich mitzureißen. Wenn es jemand schafft, Menschen mit seiner Musik in die eigene Gefühlswelt zu entführen, zu berühren und in ihnen eine besondere Empathie auszulösen, dann Toby M.
Ein Album, das man erlebt haben muss.

Quelle: Solis Music