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Matthias Schweighöfer: Lachen Weinen TanzenMatthias Schweighöfer hat ein Album gemacht, weil Musik und Matthias Schweighöfer einfach zusammengehören. Er sucht seit jeher die Musik für seine Filme selbst aus oder bringt sich bei der Komposition der Scores mit ein. Er sang mit Philipp Poisel das Duett »Eiserner Steg« und im letzten Jahr steuerte er mit »Fliegen« einen eigenen Song zum...

Soundtrack für seinen Film »Der Nanny« bei. Jetzt veröffentlicht er mit »Lachen Weinen Tanzen« sein erstes eigenes Album.

»Ich habe in meinem Leben viele Konzerte gesehen. Meist bin ich nach einer guten Stunde gegangen, weil mich die Auftritte nicht wirklich umgehauen haben«, erinnert sich Matthias. »Das Coldplay-Konzert in 2006 in der Berliner Waldbühne war anders. Die Band war toll, aber vor allem waren sie berührend. Das ist für mich das Wichtigste.« Nach und nach reift in Matthias die Idee heran, Musik zu erschaffen, die etwas im Hörer auslöst. »Es sollten Songs sein, die dich – egal ob sie mit kleinem oder mit großem Besteck aufgenommen wurden - etwas fühlen lassen, die etwas mit Dir machen.«

Um das zu erreichen, hätte Matthias Schweighöfer mit allen arbeiten können: Die größten Produzenten der Pop-Mainstream, die für ihn die Arbeit übernehmen. Aber stattdessen hat Matthias eine Vision und macht sich dafür mit seinen Jungs an die Arbeit. Seine Jungs, das sind Arne Schumann und Josef Bach, die schon den Score zu Matthias’ letztem Film »Der Nanny« beisteuerten. Zwei genial-findige Komponisten, die in Sachen Klang überall zuhause sind und von erhabener Filmmusik über frickelige Electronica bis hin zu Werbung und den ganz großen Pop-Würfen alles beherrschen.

»Meine größte Angst war, dass die beiden sagen: ›Jetzt dreht er völlig durch«, erinnert sich Matthias Schweighöfer. Aber stattdessen nehmen die beiden seine Idee ernst. Ganz bescheiden produzieren und komponieren die drei vor sich hin. Es entstehen die ersten gemeinsamen Songs – und aus Nichts wird schon bald etwas ganz Großes.

Dass Matthias Schweighöfer nur, wie er selbst sagt, »ganz okay Klavier und sehr schlecht Gitarre« spielen kann, ist dabei kein Problem. Wenn er den beiden ein paar Akkorde oder eine Melodie gibt, dann bauen die zwei das Ganze einfach weiter. »Ein guter Autor bringt genau das zu Papier, was du dir ausgedacht hast«, sagt Matthias. »Aber er denkt es auch weiter und verbessert es. Arne und Ioos machen genau das mit meinen musikalischen Ideen. Wir empfinden Musik ganz gleich. Das hilft im Studio ungemein.«

Aus musikalischen Ideen werden erste Skizzen und schließlich instrumentale Songs, die wiederum Inspiration für die Texte werden, die Matthias Schweighöfer während intensiven Sessions gemeinsam mit Nisse und Jasmin Shakeri geschrieben hat. Anschließend ging es an die Aufnahmen im Funkhaus Berlin und in den Hansa Studios. Dort standen aber nicht nur Matthias und seine Band vor dem Mikrofon, sondern auch Musiker aus dem Orchester des legendären Filmmusikkomponisten Danny Elfmann.

»Als die losgelegt haben, hat es uns alle einmal komplett umgenietet«, erinnert sich Matthias. »Wie unsere ganz simple und ehrliche Musik mit Orchester-Sound verbunden wurde, hat sich angefühlt wie im Film. Als ob ein Schauspieler sich durch 10.000 Menschen auf dem Times Square zu dieser ganz bestimmten Person kämpft, einem dabei die Streicher um die Ohren fliegen und man die Leinwand anbrüllen will: ›Du musst das schaffen! Lauf!‹«, sagt Matthias und grinst. »Genau das war das Ziel.«
In der Tat gelingt es »Lachen Weinen Tanzen« auf eine bis dahin ungekannte Weise, klassische Popmusik mit einem filmästhetischen Anspruch zu verbinden. Ganz so, als ob Coldplay mit Hans Zimmer Musik machen und deutsche Texten singen würde. In der Tat kann man sich jedes der Stücke in einem Film vorstellen. Die Songs sind mal laut, dann wieder leise. Mal fröhlich und gut gelaunt, mal in sich gekehrt und nachdenklich. Mal sind sie nur Szenen, dann wieder ganze Filme, aber jeder für sich erzählt von kleinen und ehrlichen Gefühlen oder großen Träumen. Sie machen Mut und geben Kraft, lassen einen träumen, erinnern und vergessen, lassen einen lachen, weinen und tanzen.

Letztlich hat ihm seine Unsicherheit, sein Laiendasein als Musiker die Tür geöffnet mit Selbstbewusstsein und gewachsener Vertrauensstruktur ein Album zu machen, das am Ende der Ära der neuen Deutschpoeten beeindruckender nicht hätte sein können. Was diese Ära geschaffen hat, wird von Matthias Schweighöfer noch einmal im Namen Aller unterschrieben. Wer danach kommt, darf ein neues Kapitel an Emotionen aufschlagen – aber das Gleiche nur besser? Wird nicht gehen.

Text: Jan Wehn
Quelle: PantaSounds GmbH

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