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Maschine - Alle Winter wieder (Album Zweite Edition)Bereits im letzten Jahr veröffentlichte Dieter MASCHINE Birr, 47 Jahre lang Kopf und Herz der Puhdys und seit 2016 auf Solopfaden, sein Album „Alle Winter wieder“. Es war nicht zum ersten Mal, dass er sich eine ganze Platte lang der kalten Jahres- und Weihnachtszeit widmete. >>

Bereits mit seiner früheren Kultband, mit der er 20 Millionen Tonträger verkaufte, über 5.000 Konzerte spielte und den ECHO fürs Lebenswerk erhielt, machte MASCHINE winterliche Stimmungen zum Dreh- und Angelpunkt erfolgreicher, ergreifender Longplayer.

Mit „Alle Winter wieder“ schloss er nicht nur nahtlos an, sondern schraubte das Qualitätslevel in weitere Höhen. Nie zuvor näherte sich MASCHINE der Thematik sensibler, authentischer, persönlicher. Folgerichtig platzierte sich das Album im ersten Charts-Viertel und avancierte zu einem weiteren Juwel in der fünf Dekaden umfassenden Erfolgslaufbahn des Musikers. Nun folgt „Alle Winter wieder – ZWEITE EDITION“ mit einem erweiterten Tracklisting. Vier zusätzliche Songs, darunter drei neue sowie einen, den es bisher nur auf einer limitierten Version des Albums gab, machen die ZWEITE EDITION zu einer opulenten Neuausgabe.

Reigen der dieser Songs beginnt mit einem echten Klassiker: das eigentlich in lateinischer Sprache gesungene „Adeste Fideles“ entpuppt sich in der Version von MASCHINE als kraftvolles Gute Laune-Instrumental. Die anderen Tracks stammen traditionell aus eigener Feder. „Unser Lied“, ein Duett mit dem Sänger Alexander Knappe, dessen letztes Album Top 10 ging, liefert absolutes Hitpotential – zweifelsohne bleibt dieser Song auch über die kalte Jahreszeit hinaus in den Gehörgängen haften. Von ähnlicher Intensität zeugen „Wo ist der Weihnachtsmann?“ und „Hier stehn wir“, in dem MASCHINE auf einen Kinderchor trifft.

Einmal mehr wird „Alle Winter wieder“ das Album für die kalte Jahreszeit par excellence: Deutschrock trifft Besinnlichkeit, winterliche Stimmung trifft Weihnachtsballade, Emotionalität trifft Tiefgang. Siebzehn sehr berührende und dennoch kitschfreie Songs.

Es geht um den Dezember vom Advent über Heiligabend bis Silvester. Mit allen dafür typischen Freuden, Ängsten, Nachdenklichkeiten und Klischees. Gerade von letzteren hat die Weihnachtszeit ja durchaus reichlich. Daher gibt es nicht wenige, die das Ganze von vornherein komplett ablehnen. Andere lassen sich zum Klang von „Weihnachten in Familie“ bedingungs- und kritiklos in die Seligkeit hineinfallen. MASCHINE bedient die Mehrheiten dazwischen. Die sich nicht von jedem Kitsch einlullen lassen, vom Kaufrausch eher genervt sind, aber nichts gegen Familie und Zuhause, gegen Harmonie und Herzlichkeit haben. Er bringt dieses Lebensgefühl, das immer ein bisschen auch ein Schwanken zwischen Sehnsucht und Skepsis ist, genau auf den Punkt. MASCHINE kennt die Menschen einfach, weil er lange genug mit offenen Sinnen durch diese Welt läuft.

Er weiß, dass alle den Winter und die besinnlichen Momente in den stillen Abendstunden mögen. Er weiß, dass Weihnachten vor allem ein Fest der Kinder ist: „Ein Fenster in der Stadt“ singt und spielt MASCHINE mit der zehnjährigen Violinistin Gina. Der Jungstudentin am Hochbegabten-Zentrum Weimar wird das absolute Gehör bescheinigt – sie singt aber ganz unbeschwert und ohne jede Wunderkind-Attitüde.

An Weihnachten geht es immer auch um „Bilder, die man nie vergisst“. Es ist die Zeit, an jene Menschen zu denken, die Teil unserer Wege waren: „Wegbegleiter leben weiter, in meinem Herzen eingraviert….“ Und er bezieht auch jene ein, die nicht an der Gemütlichkeit unterm Baum teilhaben können. Die „Matrosen draußen auf dem Meer“ zum Beispiel. Ihnen entrichtet MASCHINE gemeinsam mit Kerstin Ott, der „Frau, die immer lacht“ einen beschwingten Gruß.

Und weil sich die Adventszeit bekanntlich bis zu Silvester zieht, gibt es auch ein zünftiges Jahresendstück: „Wir nehmen uns in die Arme und das Feuerwerk beginnt.“ Sowie einen herrlich ironischen Katersong für den Tag danach. Überhaupt hat sich MASCHINE auch in der weihnachtlichen Besinnlichkeit seinen augenzwinkernden Humor bewahrt. In einem Duett mit dem Leipziger Prinzen Tobias Künzel geht es beispielsweise um die Nöte beim Schenken.

MASCHINES Songs sind wie oft schnörkellos und gerade, aber er gönnt sich durchaus die ein oder andere melancholische Blue Note. Und wie man einen schmissigen Refrain hinkriegt, verlernt der Mann sowieso nicht mehr.

Unbedingten Ohrwurmcharakter zeichnet auch einen Song aus, der thematisch den Rahmen dehnt, weil er deutlich auf MASCHINE selbst zielt. Der mit seiner Geschlossenheit und Wucht der Ankerpunkt ist, um den sich das Album dreht: auf einer wunderschönen, leicht getragenen Hook singt MASCHINE ein bewegendes Lied von Aufbegehren, rastloser Sinnsuche und Ankommen. Eine, seine Lebensbilanz: „Der alte Wolf hat manchen Kampf erlebt, doch niemand nahm ihm seinen Stolz.“ Das lebenskluge Fazit des reifen Rockers: „Heimwärts führt die Spur: Ohne Liebe frei zu sein, das hält keiner aus.“

Vielleicht das eigentliche Motto der Weihnachtszeit.

Quelle: ELE/ Electrola

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