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Cäthe - Vagabund (Single "So oder So")Wenn am 2. Oktober mit „Vagabund“ das neue und nunmehr dritte Studioalbum von Cäthe erscheint, lässt sich eine vollkommen neu justierte Künstlerin entdecken. Die 32-jährige Sängerin, die seit jeher alle ihre Songs selbst komponiert und textet, strahlt auf dem frischen Dutzend neuer großartiger Tracks eine Gelassenheit aus, eine Souveränität, die den folgerichtigen Schluss zulässt, dass CÄTHE ganz bei sich selbst angekommen ist.

„Ich habe mich gefragt, wohin ich diesmal meine Fühler ausstrecken soll“, erklärt die Sängerin mit der ungemein markanten Stimme. „Es war mein Wunsch, ein Gefühl der Unmittelbarkeit zu schaffen.“

Das ist ihr jedenfalls rundum gelungen, denn in diesen Songreigen, der stärker denn je auf an der Gitarre komponierten Songs beruht, taucht man ein wie in ein musikalisches Wohlfühlbad.

Bei der praktischen Umsetzung dieses Wunsches wurde sie von dem Produzenten Stephan Gade (Niels Frevert) unterstützt, der in dem Hamburger Hafenklang Studio die neuen Songs mit CÄTHE und ihrer vierköpfigen Band quasi unter Live-Bedingungen aufnahm. Diese lockere Ursprünglichkeit, die die neuen Songs ausstrahlen, beruht auf dem Umstand, dass CÄTHE musikalisch zu ihren frühesten Wurzeln zurückgekehrt ist, ganz auf ihre eigene Art und Weise der emotionalen Wirkung nachspürt, die die Musik der Woodstock-Generation in ihrer frühesten Jugend auf sie gemacht hatte. So gibt es auf „Vagabund“ viele Singer-Songwriter-Preziosen, mal verspielt, mal verträumt, aber auch mitunter voller Hochspannung und Leidenschaft. Insgesamt wirken die Songs organischer, wohltemperierter und durch und durch melodisch.

Ein kleiner Rückblick auf CÄTHE bisheriges Schaffen: Mit ihrem Debütalbum „Ich muss gar nichts“ lieferte die akademisch geschulte und durch viele Freundschaften künstlerisch befruchtete Sängerin bereits vor vier Jahren ein selbstbewusstes Statement ab. Mit dynamischen Songs wie „Unter meiner Haut“ und „Ding“, pointiert-koketten Porträts wie „Tiger Lilly“ und „Senorita“ brachte sie eine ganz neue Farbe ins Spiel deutschsprachiger Rockmusik, und ihr heiser-dynamisches Timbre ließ Kritiker und Publikum ebenfalls schwärmen. Der Autorenpreis der GEMA in der Kategorie Rock (2012) und der renommierte Fred-Jay-Preis (2013) bestätigten die Klasse von CÄTHE, die mit dem zweiten Album „Verschollenes Tier“ ein experimentell-komplexes Werk folgen ließ, dessen Poesie noch eindringlicher wirkte und ihrer empfindlichen Seele noch mehr Zwischentöne erlaubte.

Die Leichtigkeit, mit der sie nun aufwartet, verleiht dem Album „Vagabund“ jenes Pop-Appeal, das dem Wesen von CÄTHE, die hier neben ihrem weiblichen Charme auch immer wieder Selbstironie aufblitzen lässt, sehr entgegen kommt. „Vagabund“ ist vielleicht viel mehr Herzensangelegenheit als ihre bisherigen Alben und ganz im Hier und Jetzt der seit geraumer Zeit in Berlin lebenden Musikerin verortet. CÄTHE beherrscht nicht nur stimmlich die vielen Nuancen, die den Songs erst den gewissen Kick, einen emotionalen Nervenkitzel verleihen, sondern findet auch immer griffige Bilder und Metaphern, um all ihre Selbstreflexionen und Geschichten zu der Möglichkeit und Unmöglichkeit der Liebe in brillante Verse zu fassen. Songs wie der an Calexico erinnernde Tex-Mex-Tango „Müder Drache“, der mit feiner Selbstironie den Kampf mit den eigenen Dämonen schildert, das Liebesmantra „Halleluja“ oder der Titelsong „Vagabund“, ein amüsantes Selbstporträt verbunden mit dem Appell, sich auch einmal einfach treiben zu lassen, sind einfach großes Kino deutschsprachiger Popmusik.

Für einen selbstbewusst-bissigen und dylanesk anmutenden Abgesang auf eine große Liebe („Glaub mir, Honey“) ist hier ebenso Platz wie für augenzwinkernde Rezepte zur Selbstverwirklichung („Die zu werden die wir sind“), chansonhafte Wiegenlieder („Yeah Yeah“) und zärtlichsten Folk („Stille Demut“). Ob Liebesidyll am Meer („Junge aus Sand“), wehmütige Reminiszenz an den Vater („Foto“) oder mediterrane Momentaufnahmen großer Gefühle („Unter Palmen“), die Suche nach dem Glück bahnt sich hier immer neue Wege. Von dem zündenden Opener „So oder so“ bis zu der cinemascopischen Abschlussballade „Scheitern kann ich auch alleine“, CÄTHE findet immer schönste Melodien und magische Worte, um den Dingen mit viel Gefühl auf den Grund zu gehen. Von diesen glückseligmachenden Lockerungsübungen für die Seele kann man nicht genug bekommen. Ein intensives wie intimes Popalbum, bei dem man sich jetzt schon auf die anstehenden Konzerte freuen kann.

Quelle: DEAG Music

JPC

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