Radio VHR - Schlager | Deutsch Pop

ALEX DIEHL - Ein Leben lang (Das neue Album inkl. der Single "Robin Hood")Es gibt Songs, mit denen sich ganze Karrieren verbinden. Wer will sich Falco ohne „Amadeus“ vorstellen, wer Herbert Grönemeyer ohne „Flugzeuge im Bauch“ oder Peter Maffay ohne „Sieben Brücken“? Alex Diehl, stimmliches Schwergewicht aus Bayern, schickt im Vorfeld seines am 8. August 2014 erscheinenden Debütalbums „Ein Leben lang“ einen Song solchen Kalibers ins Rennen: „Robin Hood“, so der Titel dieses Lieds, ist ein wahres Pfund von einem Song. Hier übt ein Künstler beherzt Widerstand gegen Missstände einer immer gnadenloseren Gesellschaft zwischen

kapitalistischer Gier und Überwachungswahn. „Robin Hood“ ist eine erstklassige musikalische Visitenkarte, die dem 25-jährigen Sänger, Songwriter und autodidaktischen Musiker zu dem längst überfälligen Karrieresprung verhelfen wird. Dabei hat Alex Diehl auf seinem zwischen Melancholie und Überschwang pendelnden Songreigen noch viele andere musikalische Pfeile im Köcher, die direkt ins Schwarze, ergo ins Herz treffen. Es sind Songs mit hymnischer Verve und spürbarer Authentizität. Unverstellt, ungemein kraftvoll und einfach unglaublich gut. Ein Debüt, auf das Alex Diehl ein Leben lang hingearbeitet hat.

Es ist bei weitem nicht so, als hätte Alex Diehl nicht schon alles Erdenkliche unternommen, um als Sänger bekannt zu werden. Doch hat er genügend Rückschläge im Leben hinnehmen müssen, die seine Nehmerqualitäten nur noch gestärkt haben. Aufgewachsen ist Alex im bayrischen Rupertiwinkel/Chiemgau, in einem kleinen Dorf kurz vor der Grenze zu Österreich Richtung Salzburg. Hier, in der Nähe von Waging am See, geht er zunächst zur Volksschule, fühlt sich aber schon früh zur Musik berufen und wechselt nach Traunstein an die Realschule, der er den Vorrang vor dem Gymnasium gibt, weil erstgenannte eine Schulband hat. Schon als kleiner Junge hat er mit seiner Großmutter musiziert, sich das Klavier, Schlagzeug und Gitarre spielen selbst beigebracht und immer wieder den Proben der Bluescoverband seines Vaters gelauscht.

Schnell wird Alex Frontmann der Schulband, welche sich nun auch neben Schulveranstaltungen einen Namen macht.

Sie spielen selbstkomponierte Songs und tingeln, unterstützt von der Musiklehrerin, die den Jungs auch schon mal am Bass aushilft, durch den Landkreis. Der Horizont von Fußball- und Pfarrfesten ist jedoch nicht sehr weit und so macht Alex im besten Teenageralter mit 17 Jahren einen folgenschweren Schritt: Er schmeißt sein Abitur, verlässt mitten in einer Mathe-Klausur die Schule um Musiker zu werden - und fliegt hochkant zuhause raus. Er zieht bei seiner Freundin ein, meldet mit 18 ein Gewerbe als Gitarrenlehrer an und hält sich mit Gitarrenunterricht, kleinen Bühnenauftritten aber auch mit kunterbunten Gelegenheitsjobs mal mehr, mal weniger gut finanziell über Wasser. Seine Musikerkarriere durchläuft Phasen mit einer Jazzband und der Metal-Formation The Lost Voice, mit der er seine allererste EP aufnimmt und die schnell zu Lokalmatadoren avancieren. Die ganze Zeit schreibt Alex Songs, doch erst im Jahr 2010 mit „Zeiten ändern sich“ seinen ersten in deutscher Sprache. Ein Wendepunkt.

Ein Jahr später nimmt Alex Diehl seine erste Solo-EP auf, veranstaltet mit neuen deutschsprachigen Titeln kleine Konzerte in Pubs, dreht kleine Musikvideos um sich im Netz Aufmerksamkeit zu verschaffen und wird prompt nach München eingeladen um an einem Songwriting-Camp für andere Künstler/Bands mitzuwirken. Auch als Support-Act gewinnt er zunehmend mehr Fans, die auf seine Songs ebenso abfahren wie auf seine imposante Bühnenperformance. Zu den Höhepunkten zählt sein Auftritt im Vorprogramm von Volbeat inklusive eines Duetts mit deren Leadsänger. Trotzdem hat Alex Diehl das Gefühl, dass ihn die Plattenfirmen im Regen stehen lassen. Er gibt sich noch eine Chance und organisiert Anfang 2013 einen Showcase in einem Jugendzentrum in Berlin-Marzahn, in der Hoffnung auf einen letzten großen A&R-Streich. Der Coup gelingt und Diehl schließt nicht nur kurze Zeit später seinen Deal für das erste Album ab, sondern auch einen Verlagsdeal. Drei Monate arbeitet er mit diversen Musikern und Produzenten intensiv an dem nunmehr 14 Songs umfassenden Debüt, mit dem er jetzt den Aufstand in den Charts proben will. Hier kommt Alex.

„Robin Hood“ ist zweifellos der Rädelsführer unter den Songs, unter denen sich einige so ergreifende und sehr persönliche Balladen befinden, dass es nicht wundert zu erfahren, dass Alex Diehl von Stunde Null an ein riesiger Fan von Coldplay ist. Die den eigenen Antrieb und Geschichte reflektierende Freiheitshymne „Dem Sturm entgegen“ gehört ebenso dazu wie das intime, Mut machende Lied „Weitergehen“, das spontan nach einer Hiobsbotschaft in einer Form der Katharsis entstand – ein deutsches Pendant zu „Streets Of Philadelphia“. „Du bist mir fremd“ schildert im Wohlfühlklaviermodus das bittere Ende einer Liebesbeziehung, „Du hast mich gefunden“ findet nicht minder klare Worte (und berückende Melodiebögen) für seinen besten Freund und Ziehbruder. Sein mächtiges Stimmvolumen setzt Alex Diehl immer dann mit Vehemenz ein, wenn es die Dramaturgie der Komposition gebietet. „Ein Feuer brennt“, der Nachruf an einen Freund, der den Freitod gewählt hat, und „So fangen Legenden an“ sind beste Beispiele für Songs von solchem Format. Dass Alex Diehl mit dem letztgenannten eine patente und mitreißende Sporthymne an der Hand hält, soll nicht unerwähnt bleiben.

Alex Diehl vertraut auf eine einfache und klare Sprache, mit der er seine Geschichten erzählt, die aus dem Fundus seines noch jungen, aber sehr erfahrungsreichen Lebens schöpfen. Selbst politische Ansichten weiß er sehr direkt doch nie plakativ zu vermitteln. So ist „Stell Dir vor“ ein weiterer eindringlicher Appell an die Mitmenschlichkeit, ähnlich wie „Robin Hood“ eine überzeugend-vehemente Weltverbesserungsode, die musikalisch so folkloristisch und frohlockend daherkommt wie Mumford & Sons. Die Wucht der analogen Produktion kommt dem Temperament dieses Künstlers entgegen. Hier macht Drama wirklich Sinn. Alex Diehl darf man nicht nur wegen seiner Furchtlosigkeit, mit der er zu Werke geht, bewundern, sondern vor allem wegen der immens hohen Schlagzahl an lange nachhallenden Songs. Houston, I think we got a hit record! Deal!

Quelle: RCA Deutschland

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