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Jakub Ondra: Old Town Square (Album)»Ganz einfach.« Wenn Jakub Ondra davon erzählt, klingt bereits der erste Gig seines Lebens wie das Normalste auf der Welt. Das Elternhaus verlassen, die Prager Altstadt durchqueren, auf einem geschäftigen Platz stehen bleiben, den Koffer öffnen, Gitarre herausnehmen, sich kurz räuspern und schließlich: spielen. Das Spielen auf der Straße, ein...

erster Hit als Teenager, Reisen, Konzerte, immer mehr Fans - Jakub Ondra scheint all das erstaunlich leicht zu nehmen. Trifft man den heute 22-Jährigen, lächelt er meistens. Äußert man ihm gegenüber, dass es sicherlich Mut brauche, sich als Heranwachsender in die Fußgängerzone zu stellen und Lieder für ein Publikum zu singen, das gerade ganz anderes als Musik im Sinn hat, antwortet er: »Für mich ist das ganz natürlich.«

»Maly princ« hieß Jakub Ondras erster professionell aufgenommener Song, der in seiner Heimat Tschechien direkt ein Hit wurde. Allerdings entwickelte sich Jakubs Talent nicht von ungefähr: »Ich singe schon seit ich sieben Jahre alt bin.« Seine Eltern hatten ihn in einen Prager Knabenchor geschickt, aber es waren schließlich die alten Folk-Klassiker, wie die von Neil Young, die in ihm den Wunsch weckten, sich auszudrücken und seine Gefühle für Viele hörbar zu machen. Als er dann aber tatsächlich im Radio lief, war er nicht zufrieden: Vielleicht war es der frühe Erfolg, vielleicht auch die Musikrichtung, in die ihn das Label damals drängte – der 17-Jährige entschied sich jedenfalls gegen eine Karriere als Teen-Star und ging auf Reisen.

Nur mit Reisetasche und Gitarrenkoffer ausgestattet, fuhr er quer durch Europa und stellte sich überall, wohin ihn sein Interrail-Ticket führte, in Innenstädte, um Musik zu machen. Für ein paar Euro, vor allem aber für die Glücksgefühle und Erfahrungen, die man erntet, wenn man fremd in einem Land ist und trotzdem Zuhörer findet. Die meiste Zeit der folgenden Jahre verbrachte Jakub in Zügen und auf Plätzen, fern der Heimat. »Für mich gab es nie eine andere Option als vom Musik machen zu leben.« Das funktionierte zwar auch als Straßenmusiker, da Jakub angefangen hatte, CDs mit seinen eigenen Songs zu pressen – bei manchen Auftritten verkaufte er bis zu 200 Stück – aber irgendwann holten seine Ambitionen ihn ein. Bei einem seiner Auftritte hörte ihn zufällig der Produzent und DJ Vitali Zestovskih und nachdem er Jakub angesprochen hatte, war klar: Es war Zeit, von der Straße zurück ins Studio zu gehen.

Heute, knapp zwei Jahre später, zeigt sich, dass die schicksalhafte Begegnung sich gelohnt hat. Gemeinsam mit Zestovskih arbeitete Jakub an vielschichtigen Songwriter-Kompositionen und Texten über das Erwachsenwerden, sich Verlieben und am Lieben scheitern. Auf seinem Debüt »Old Town Square« vereint er alle Tugenden, die man sich von einem großen Pop-Album erhofft: Schönheit, Eingängigkeit, Melancholie, Zugänglichkeit, emotionale Tiefe und Ehrlichkeit. »Ich bin sehr zufrieden mit meinem Album. Meine Entscheidung, diese Platte zu machen war die richtige – auch wenn ich mein altes Leben dafür aufgegeben habe. Wundert euch aber nicht, wenn ihr mich nachmittags in der Fußgängerzone hört, bevor ich in einem Konzertsaal auftrete: Das Direkte daran auf der Straße aufzutreten, liebe ich einfach viel zu sehr, um es ganz sein zu lassen.«

Quelle: Four Music

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Personen in dieser Konversation

  • Gast - Kathrina widuch

    ich bin eine grüße Feens für euch du bist Toll und du bist eine gute Klasse
    und liebe Angelo deine Tochter ist auch eine gute segerin und ist wonder schön.